Tipps zum 3D-Drucker Bau

Da die Wahl des richtigen 3D Druckers nicht gerade das einfachste ist, schreib ich mal auf was ich alles beim Bau meines RepRaps gelernt habe um einigen hoffentlich das Bauen und die Suche zu erleichtern. Wenn Interesse besteht kann ich auch noch eine konkrete Einkaufsliste erstellen.

TL;DR: Ich hab nen RepRap Prusa Mendel Iteration2 gebaut und diese Anleitung und dieser Wikiseite und diesen Videos befolgt. Gekauft habe ich den großteil der Teile auf Reprapworld und den Extruder habe ich fertig auf reprap.cc gekauft. Effektive Druckgröße: 16*16*7cm. (9cm, mit leicht manipuliertem Gcode, damit er am ende nicht crasht). Wer Zeit hat sollte vermutlich lieber ein bisschen warten und einen RepRap Prusa Mendel i3 bauen, welcher bis zu 25cm Druckhöhe hat. (Stand dieses Posts gibt es zu dem Modell sehr wenig Anleitungen, was das bauen schwieriger macht.)

Druckermarke
Die erste Frage die sich natürlich stellt, ist welchen Drucker eins wählen soll. Hier gibt es eine große Auswahl. Makerbots, Printrbots, Ultimaker und natürlich RepRaps. Da Ich selbst einen RepRap besitze, kann ich hierzu am meisten sagen. Zu den anderen eher weniger. Generell ist zu sagen das ihr darauf achtet solltet das der Drucker eine beheizte Druckplatte besitzt und der Controller am besten eine der open source Firmwares benutzt. Eine beheizte Platte ist Voraussetzung um ABS drucken zu können und ermöglicht bei PLA das drucken ohne ein Raft. Die open source Firmware ermöglicht es verschiedene Slicer zu verwenden und nicht an einen proprietären gebunden zu sein. Denn wenn der schlecht ist, ist es mit dem Druckspaß schnell vorbei.
Die RepRap Drucker haben den Vor und Nachteil, das sie offen und frei sind. Dadurch kann jede Person die Drucker verbessern (was zu den Prusa Mendel Modellen führte), was den weiteren vorteil bietet, das es oft einfach ist eigene Erweiterungen zu bauen und montieren. Ein großes Problem an diesem Konzept ist die spärliche Doku, die noch dazu eher fragmentiert und unübersichtlich ist. Hier ist es eindeutig von Nachteil, das jede*r den RepRap anders baut.

Welches Modell
Das wohl verbreitetste Modell bei RepRaps ist zurzeit wohl der Prusa Mendel (i2). Dadurch gibt es dafür ausreichend Doku, wenn eins sich denn die mühe macht das passende für die eigenen Bedürfnisse zu suchen. Da die anderen Modelle entweder älter waren oder wie der Prusa Mendel i3 noch zu neu sind um gut dokumentiert zu sein, habe ich mich dann für einen Prusa Mendel i2 entschieden. Rückblickend ist dieses Modell dem Prusa Mendel i3 in einem Punkt sehr unterlegen. Die maximale Druckhöhe beträgt 10cm. Der I3 schafft etwa 20 bis 25cm. Ansonsten ist der i2 ein gutes Modell, mit dem ich ansonsten zufrieden bin.

Wenn ihr euch dazu entscheidet einen Prusa Mendel i2 zu bauen: Ich konnte mich gut an dieser Videoserie orientieren und hab nur bei Unklarheiten noch einmal die Anleitung im Wiki angeschaut. Bei einigen Punkten muss allerdings aufgepasst werden, da die Anleitung Wiki noch größtenteils der für einen Prusa Mendel i1 entspricht, welcher zwar fast gleich ist, aber sich an einigen Punkten doch wesentlich unterscheidet. Gerade beim zusammenbau der Y-Achse, empfiehlt es sich auf die Videoanleitung zu vertrauen, da der i2 hier mit nur einer Platte und ohne Kleber auskommt.

Wenn ihr lieber einen Prusa Mendel i3 bauen wollt, solltet ihr entweder in der Lage sein noch ein paar Wochen/Monate zu warten, oder ihr lest euch vorher gut in die generelle Funktionsweise und den Aufbau von 3D Druckern ein. Das Modell ist noch sehr neu (und auch noch nicht 100% fertig, obwohl es schon erfolgreich gebaut wird und gut druckt), weswegen die Doku mehr als spärlich ist. Bisher konnte ich nur eine bebilderte Anleitung zu der Boxed Version und eine zu der Single-Sheet Version finden. Es ist also nicht unmöglich, aber doch etwas kniffliger als z.B. der bau eines Prusa Mendel I2.

Extruder
Der Extruder ist wohl das Teil, das am schwierigsten zu bauen ist. Zumal es vermutlich auch das Teil ist, wo es am fatalsten ist, wenn etwas nicht komplett richtig ist. Deswegen hab ich den einfachen Weg gewählt und einen fertigen Extruder inklusive aller gedruckter Teile gekauft. Bei den gedruckten Teilen des Extruders handelt es sich um diesen Gregs Geared Extruder. Auch wenn ich keine Erfahrung mit anderen Modellen habe, bin ich damit sehr zufrieden und das Wechseln des Filaments geht durch lösen von zwei schrauben und ist schnell erledigt. Bei der Spitze die ich habe, handelt es sich um eine 0,5mm Nozzle. Das bedeutet im Endeffekt, das meine minimale Druckbreite 0,5mm ist. Wer hier weniger will, kann sich auch einen Extruder mit z.B. 0,35mm bauen oder kaufen. Da ich meinen Extruder nicht selbst gebaut habe, kann ich zum Bauprozess auch leider keine Tipps geben, was da am besten funktioniert.

Controller und Software
Auch bei Controllern ist die Auswahl groß. Wofür eins sich entscheidet kommt ganz drauf auf die Anforderungen an. Ich wollte ein Board haben, das potentiell auch zwei Extruder unterstützt, SD-Karten Unterstützung hat und Anschlüsse für LCD-Display und Keypad hat.Darauf basierend habe ich mich für das Megatronics 2.0 Board entschieden. Das hat sogar den Bonus, das es sogar genug steppermotoren für 3 Extruder unterstützt (hierbei wird dann ein externes Board für einen dritten Heizanschluss benötigt.) Das Board kann mit Marlin Firmware betrieben werden, nachdem ein Patch angewendet wurde um die Pinbelegung korrekt zu setzen.
Als Hostsoftware verwende Ich zurzeit Pronterface, was für mich auch ausreichend Features bietet. Wer gerne eine bessere Darstellung der aktuell ausgeführten Sequenzen haben möchte, kann sich auch RepetierHost anschauen. Da wird dann auch in 3D das aufbauende Modell dargestellt und angezeigt welche Stellen noch heiß sind.
Zum Slicen verwende ich Slic3r. Hat sehr viele Features und ist, gerade im vergleich zu skeinforge, super schnell im slicen. Und gerade Funktionen wie cooling, bei kleinen Druckebenen, die sonst verschmieren würden sind sehr großartig.

Filament
Hier habe ich bisher wenig Erfahrung, da ich bisher nur mit ABS von Reprapworld gedruckt habe. Wie gut die qualität ist, kann ich aufgrund von mangelnden Vergleichswerten nicht sagen, allerdings scheinen doch einige Luftblasen enthalten zu sein.
Ich wäre dankbar um Tipps, wo es gutes FIlament in vielen Farben zu kaufen gibt.

Empfehlenswerte Modifikationen
Wenn ihr die gedruckten Teile von Freunden bekommt, kann ich außerdem empfehlen nicht die Standard X-Carriage und A-Achsenteile zu benutzen. Gerade das X-Carriage ist aufgrund der Tatsache das es nur drei statt vier lineare Kugellager benutzt sehr wackelig und wird in einem verwackelten Extruder resultieren. Ich habe hier sehr gute Erfahrungen mit sowohl der X-Achse als auch dem X-Carriage von Jonaskuehlung gemacht, welche hier, bzw hier auf Thingiverse zu finden sind. Durch das Schraubklemmen der Kugellager sitzen diese deutlich fester als mit der Kabelbinderlösung der Standardteile. Wenn ihr die gedruckten Teile in einem Shop kauft und deswegen nicht die Möglichkeit habt direkt die anderen Teile zu benutzen würde ich trotzdem empfehlen zumindest das X-Carriage selbst neu zu drucken, sobald ihr halbwegs gut drucken könnt. (das X-Carriage ist, im gegensatz zur kompletten X-Achse, sehr simpel zu tauschen).
Aufgrund der Bauweise des Prusa Mendel I2 ist er in der Y Achse gut gegen Wackeln geschützt, in der X Achse aber etwas anfällig. Ich habe hierfür eine Z-Achsen Stütze gefunden, die das Gewackel bereits deutlich reduziert oder bereits komplett entfernen. Hierfür muss allerdings eine Modifikation am Drucker gemacht werden (wenn ihr der Anleitung im Wiki diesbezüglich folgt). Die untere Mittlere Gewindestange ist mit den Barclamps unterhalb der der Dreiecke befestigt. Um genug Platz für die neuen Füße zu haben, muss die Stange über der unteren Dreiecksstange montiert werden. daraus resultierend wird nun außerdem ein weiteres Kugellager an dieser Stange benötigt, da sich sonst der Zahnriemen der Y-Achse daran reiben würde. danach sind die Stangen der X Achse hoch genug, um darunter die beiden neuen Füße zu klemmen.
Trägt zwar nicht zur Druckqualität bei, aber diese Werkezughalter sind eine durchaus praktische Erweiterung für den RepRap, um die wichtigsten Werkzeuge immer am Drucker zu haben um z.B. das Filament zu wechseln oder die Nozzle zu reinigen.

Sticky Notes With Clean URLs and Lighttpd

Sticky Notes is a light weight pastebin application written in PHP. I installed it at paste.ohai.su, but unfortunately the clean urls didn’t work with lighttpd. While Lighttpd has a mod_rewrite module, it does not use the .htaccess file, which specifies the rewrite rules. So I had to do a few adjustments to get it to work.

  1. Enable the mod_rewrite module in lighttpd.

    Open your lighttpd config file, that can be found at /etc/lighttpd/lighttpd.conf. The server.modules array should contain a mod_rewrite line. If it does, remove the comment. If it doesn’t exist, simply add it. (Make sure that every entry, except the last one, has a comma behind it). The next time you restart your Lighttpd it is going to load the module.

  2. Add the Sticky Notes rewrite rules

    Lighty needs to know how to rewrite the urls. Apache uses the .htaccess file for this, but Lighttpd gets the rules from it’s config. So you have to take the rules from the .htaccess file and put them into your lighttpd.conf. As it’s kind of annoying to change the syntax to the one used in lighttpd configs, I’ll provide my config.

    $HTTP["host"] =~ "paste\.ohai\.su" {
          url.rewrite-once = ("^/doc/([a-z]+)/?$" => "doc.php?cat=$1",
              "^/~([a-z.]+)/doc/([a-z]+)/?$" => "doc.php?project=$1&cat=$2",
     
              # Home page links
              "^/~([a-z.]+)/?$" => "index.php?project=$1",
              "^/~([a-z.]+)/api/([a-z]+)/?$" => "index.php?project=$1&mode=$2",
     
              # Paste list
              "^/all/?$" => "list.php",
              "^/api/([a-z]+)/all/?$" => "list.php?mode=$1",
              "^/~([a-z.]+)/all/?$" => "list.php?project=$1",
              "^/~([a-z.]+)/api/([a-z]+)/all/?$" => "list.php?project=$1&mode=$2",
              "^/rss/?$" => "list.php?rss=1",
              "^/~([a-z.]+)/rss/?$" => "list.php?project=$1&rss=1",
              "^/all/([0-9]+)/?$" => "list.php?page=$1",
              "^/api/([a-z]+)/all/([0-9]+)/?$" => "list.php?mode=$1&page=$2",
              "^/~([a-z.]+)/all/([0-9]+)/?$" => "list.php?project=$1&page=$2",
              "^/~([a-z.]+)/api/([a-z]+)/all/([0-9]+)/?$" => "list.php?project=$1&mode=$2&page=$3",
     
              # General links
              "^/([0-9]+)/?$" => "show.php?id=$1",
              "^/~([a-z.]+)/([0-9]+)/?$" => "show.php?project=$1&id=$2",
              "^/([0-9]+)/([a-z|A-Z]+)/?$" => "show.php?id=$1&mode=$2",
              "^/~([a-z.]+)/([0-9]+)/([a-z|A-Z]+)/?$" => "show.php?project=$1&id=$2&mode=$3",
              "^/api/([a-z|A-Z]+)/([0-9]+)/?$" => "show.php?mode=$1&id=$2",
              "^/~([a-z.]+)/api/([a-z|A-Z]+)/([0-9]+)/?$" => "show.php?project=$1&mode=$2&id=$3",
              "^/([0-9]+)/([0-9]+)/?$" => "show.php?id=$1&hash=$2",
              "^/~([a-z.]+)/([0-9]+)/([0-9]+)/?$" => "show.php?project=$1&id=$2&hash=$3",
              "^/([0-9]+)/([0-9]+)/([a-z|A-Z]+)/?$" => "show.php?id=$1&hash=$2&mode=$3",
              "^/~([a-z.]+)/([0-9]+)/([0-9]+)/([a-z|A-Z]+)/?$" => "show.php?project=$1&id=$2&hash=$3&mode=$4",
              "^/api/([a-z|A-Z]+)/([0-9]+)/([0-9]+)/?$" => "show.php?mode=$1&id=$2&hash=$3",
              "^/~([a-z.]+)/api/([a-z|A-Z]+)/([0-9]+)/([0-9]+)/?$" => "show.php?project=$1&mode=$2&id=$3&hash=$4",
              "^/api/([a-z|A-Z]+)/([0-9]+)/([0-9]+)/(.*)$" => "show.php?mode=$1&id=$2&hash=$3&password=$4",
              "^/~([a-z.]+)/api/([a-z|A-Z]+)/([0-9]+)/([0-9]+)/(.*)$" => "show.php?project=$1&mode=$2&id=$3&hash=$4&password=$5"
          )
          }

    If you don’t have subdomains or something like that, you don’t need the _$HTTP["host"]_ part. Then just paste the part with _url.rewrite-once_. After you’ve done this, restart your lighttpd (probably *sudo /etc/init.d/lighttpd restart*)

  3. Edit the Sticky Notes navigation

    I’m not entirely sure if this step really is necessary, but I needed to do it. It’s probably the best if you just open your Stick Notes and check if the urls are correct. (/1000/ instead of show.php?id=1000) In case they are correct already, you are finished and don’t need this last step.

    If they aren’t correct, you have to open the classes/class_nav.php file located in your Sticky Notes installation. Replace the check_rewrite() function with this.

    function check_rewrite()
    {
    return true;
    }

    This simply tells Sticky Notes that the rewrite module is active, without actually checking, as the check would return false. When this is false, the urls link to the unclean versions.

Your Sticky Notes should now use clean urls and work like a charm :)

Ja, Diese App Ist Kostenlos.

Seit einiger Zeit arbeite ich nun an einer Android App, namens Omnomagon. Während des Entstehungsprozesses wurde ich mehrmals gefragt, ob die App denn etwas kosten wird. Die Antwort war und ist, »Nein«. Und genau genommen verlange ich nicht nur kein Geld dafür, sondern ich gebe auch jedem die Möglichkeit, sich selbst den Quellcode anzusehen, zu verändern und weiter zu verbreiten, da er unter einer freien Lizenz steht. Angesichts der aktuell beinahe allgegenwärtigen Diskussion über die Kostenloskultur im Internet scheint die Idee wohl beinahe absurd.

Bei der Überlegung, ob ich für diese App Geld verlangen soll oder nicht, spielten viele Faktoren eine Rolle. Einer der wohl Entscheidensten ist die Tatsache, dass mein Überleben nicht davon abhängt. Ob ich nun mit diesem Produkt meines kreativen Kopfes Geld verdiene oder nicht, könnte meine Lebenssituation zwar vielleicht finanziell aufbessern, aber es entscheidet nicht darüber, ob ich Morgen etwas zu Essen auf dem Tisch habe. Insofern unterscheidet sich meine Denkweise und meine Argumente vermutlich von z.B. einem Drehbuchautor oder einem Schriftsteller, der tatsächlich darauf angewiesen ist, Geld mit seinem Schriftstück zu verdienen, darin, dass ich freier und ungezwungener damit umgehen und auch die Möglichkeit habe, einen komplett anderen Fokus zu setzen.

Als Informatikstudent und Mensch, der gerne programmiert und an solchen Dingen lernt, habe ich bereits einen Anreiz, etwas Kreatives zu erschaffen, auch wenn sich für mich kein weiterer Mehrwert daraus ergibt. Interessanterweise stellt Katharina Kress in ihrem Zitat im verlinkten Handelsblatt Artikel die Frage, was es für einen Grund gebe, Geschichten zu schreiben, wenn man weder davon leben könne, noch sie als geistiges Eigentum behalten könne. Denn gerade wenn es darum geht, etwas Kreatives zu erschaffen, sollte ein Grund der Spaß am Erschaffen selbst sein. Denn sonst bleibt die Kreativität wohl auf der Strecke.

In Zeiten des Play Store für Android und dem iTunes/Appstore für IOS/OSX ist es für Einzelpersonen wohl so einfach wie noch nie, ihre Programme zu verbreiten und damit auch Geld zu verdienen. So zumindest in der Theorie. Denn im Android Store zeigt sich hier eine Schwäche. Vermutlich eine Kombination aus der Sturheit von Google, ein anderes Zahlungsmittel als Kreditkarte zuzulassen und der Nutzerbasis, die zu einem nicht geringen Teil aus Menschen besteht, die es gewohnt sind, Freie Software zu nutzen und eben nicht dafür zu zahlen, sorgt dafür, dass sich Apps im Android Play Store, verglichen mit denen im iTunes Store, schlecht verkaufen. Man könnte auch sagen, dass man sich als Hobbyentwickler zwischen Geld verdienen und viele Menschen erreichen entscheiden muss. Beides zusammen scheint leider utopisch. ich möchte jedoch den Nutzen, den ich aus meinem Werk ziehe, nicht nur für mich selbst haben, sondern möglichst vielen Menschen zur Verfügung stellen. Und bei Android fällt die »Kosten-Nutzen-Rechnung« zugunste einer kostenlosen App, da die paar Euro, die ich verdienen würde, eine meiner Meinung nach viel zu stark sinkende Benutzerzahl mit sich bringen würde.

Auch wenn ich inzwischen Informatik studiere, kommt das Wissen, dass ich brauche, um programmieren zu können, aus dem Internet. Und das war nur möglich, weil Menschen ihr Wissen und ihre Ideen anderen frei zur Verfügung stellen. Jetzt etwas zurück zu geben, an dem wiederum – hoffentlich – Menschen lernen und mitarbeiten können, ist also nur logisch. Und solange Ich die möglichkeit habe, das problemlos zu tun, will ich weiterhin meine Ideen und Werke anderen zur Verfügung stellen.

Die Idee, mit den Dingen, die ich erschaffen habe, Geld zu verdienen ist für mich nicht das wichtigste. Zwar habe ich keinesfalls etwas dagegen, Geld für Dinge zu bekommen, die ich gemacht habe, allerdings haben die genannten Punkte für mich eine höhere Priorität und ich möchte sie nur ungerne einschränken, um etwas Geld daraus zu machen. Deswegen finde ich den Ansatz, die App frei zur Verfügung zu stellen und gegebenenfalls durch z.B. Flattr den Leuten die Möglichkeit geben, mir Geld zu spenden, wenn sie das möchten.

Einige der Gründe, warum ich mich dafür entschieden habe, meine App kostenlos unter BSD-Lizenz veröffentlicht habe, sind natürlich so nicht auf Menschen anwendbar, die Ihr Geld mit ihren Werken verdienen müssen. Trotzdem sollten vielleicht einige Kreative mal darüber nachenken, dass es doch Gründe dafür gibt, Dinge zu erschaffen, ohne dafür direkt vergütet zu werden und warum sie ihren Beruf ursprünglich mal ergriffen haben.

Post-Privacy Ist Nicht Post-Intim

Dieser Blogpost ist zwar nicht ganz aktuell, aber das Thema taucht doch immer wieder auf. Auslöser für den nachfolgenden Gedankengang war eine Antwort auf diesen Soup post, der den Ponies Post-Privacy unterstellte. Wer die Debatten um Postprivacy verfolgt, für den wird das nichts neues sein. Mitglieder der Spackeria wurden schon häufiger gebeten Nacktbilder von sich zu veröffentlichen, da sie ja so Post-Privacy seien. Oder es wird eine Zentrale Forderung an die Spackeria in einem Vortrag daraus gemacht.

Hier wird also von Nacktheit im Zusammenhang mit einer Privatsphärendiskussion gesprochen. Nun würden die meisten Menschen wohl die eigene Nacktheit eher der Intim- als der Privatsphäre zuordnen (Nachfolgend spreche Ich auch “nur” über die Menschen, für die Nacktheit und ähnliches tatsächlich zur Intimsphäre gehört). Die Intimsphäre befindet sich zwar auch innerhalb der Privatsphäre, ist aber, wenn überhaupt, nur einem deutlich kleineren Personenkreis zugänglich. Allein von der Zugänglichkeit her ist das ganze dadurch auf komplett unterschiedlichen Leveln. Bei Post-Privacy geht es um den Umgang und den Kontrollverlust von Daten, die an einen Kreis Dritter weitergegeben wurden. Dieser Kreis Dritte ist in dieser Form bei der Intimsphäre nicht gegeben.

Die Gründe der Geheimhaltung der Informationen unterscheiden sich auch stark voneinander. Bei Daten, die der Privatsphäre zugeordnet sind, sind es meist rationalere Gründe, wie Jobverlust, Missbrauch der Daten durch Firmen oder Staaten, etc. Der Schutz der Intimsphäre hingegen ist deutlich irrationaler durch z.B. Schamgefühl begründet (was den Schutz nicht minder richtig macht). Eine Vermischung der beiden Dinge vermischt demnach auch die dahinterliegende Angst und verkompliziert die Debatte nur unnötig. Denn über irrationale Ängste sachlich zu Diskutieren ist deutlich schwieriger als über rationale. Öffentlichkeitswirksame Aktionen mit Nacktbildern bekannter Post-Privacy Spackos würde also vermutlich eher zu einer negativen Entwicklung in der Debatte führen, da zwar mehr Leute daran teilnehmen, aber die Ängste vor dem Verlust der Intimsphäre mit hineingetragen werden.

Eine Forderung von Nacktbildern ist ausserdem nicht gerade die feine englische Art der Argumentation. Je nach Formulierung objektifiziert es das Gegenüber oder zieht Es auf eine sehr persönliche Ebene. Beides macht das sachliche Weiterargumentieren schwierig. Dadurch kommt die Diskussion dann mit hoher Wahrscheinlichkeit für beide Beteiligten auf eine Schiene, die man nicht mehr als konstruktiv bezeichnen kann.

Die Vermischung von Intim- und Privatsphäre ist zwar ein interessantes Mittel zur Polarisierung, für den Verlauf der Post-Privacy Debatte aber für keine der beiden Seiten förderlich. Um sie konstruktiv zu halten, müssen Privat- und Intimsphäre voneinander getrennt werden. Hört also bitte auf Nacktbilder als Argument oder Mittel zu nutzen und diskutiert sinnvoll.